Am Tag nach Nyepi fing dann mein erstes Seminar (Development in Asia bei Herrn Prof. Rehling) an. Spätestens nach 2 Tagen habe ich gemerkt, dass das studieren hier alles andere als Zuckerschlecken wird. 2 Präsentationen und eine Seminararbeit. Habe für mich entschieden, dass ich dieses Seminar wohl nicht auf das erreichen der 4 ECTS abziele, sondern primär dazu nutze Vokabeln zu lernen, was ich reichlich zu tun habe, und mir bei den Mädels abschaue wie ich richtige Präsentationen zu halten habe, denn die haben das echt richtig gut drauf! Da ist selbst der Prof. voll des Lobes!
Mittwoch, 28. März 2007
Das erste Seminar
Ogoh Ogoh & Nyepi
Hatte heute endlich meinen ersten Tag im Wasser. Auch wenn nicht wirklich lang, nur teilweise erfolgreich und in echt dreckigem Wasser war es doch schön mal wieder auf einem Board gestanden zu haben. Das wird jetzt in Zukunft öfter passieren, wohl meist mit den Jungs von gestern Abend. Julia sagte das die Straßen wegen dem Ogoh Ogoh (Vertreibung der Geister durch riesen Umzüge innerhalb der Städte und anschließendem Verbrennen der gebastelten Figuren) ab 16 Uhr gesperrt werden. Da ich spät dran war und mit der Fehlinformation mit dem schlimmsten rechnete hab ich den Roller mal ein bisschen gereizt. 100 schafft er! Leider habe ich mich beim abbiegen kurz vor Ziel ein wenig auf die Seite gelegt und dank des Surfgepäckträgers nur ein paar schöne Schrammen an Hand und Ellenbogen geholt, was mein täglich geplantes Surfen wohl um einige Tage verschieben wird =( Zu meinem Glück und seinem Pech ist es Bernd am nächsten Tag ähnlich ergangen, so dass ich wenigstens einen Leidensgenossen habe.
Ubud
Freitag nach dem Sprachkurs sind wir alle gemeinsam nach Ubud gefahren und haben uns dort einen Tag und eine Nacht richtig gut gehen lassen. Nach der Innenstadt Erkundung einem Museumsbesuch und einem legendären Essen, waren wir auf einem traditionellem und für Bali sehr typischen Sarungtanz, den wohl ziemlich jeder schon mal im Fernsehen gesehen haben dürfte. Nach einer sehr entspannten Nacht gab es dann eine noch entspanntere 105 min Massage mit Rosenbad und allem erdenklichen anderem! Hier sollte man mal ein paar Frauen zum Workshop vorbeischicken. Auf dem Weg zurück nach Jimbaran haben wir dann noch eine in Fels gehauene, riesige Steinskulptur in mitten der Reisterassen und eine natürliche heilige Quelle, wo der Präsident gleich nebenan wohnt, besichtigt und endlich ein paar Durians gekauft.
Am Abend hab ich dann Julia noch persönlich kennen gelernt, weil ich mit den Mädels noch nach Kuta rein gefahren bin um eine Kleinigkeit trinken zu gehen. Dabei habe ich dann wohl auch die Jungs hier kennen gelernt mit denen ich ziemlich oft abhängen werde. Studieren alle an der Uni in Denpasar, haben sich zusammen eine kleine Anlage gemietet und surfen. (www.balirockz.de) Haben uns dann natürlich gleich für den nächsten Tag zum surfen verabredet und sind noch etwas länger um die Häuser gezogen, wogen die Mädels schon früher nach Hause sind.
Die ersten Tage
Wie gesagt habe ich den Sprachkurs am Mittwoch wieder verpasst, so dass ich letztendlich nur 2 Tage Sprachkurs mitgemacht habe, und das bei meinem Sprachtalent…
Nachmittags habe ich dann die Mädels aus meinem Kurs kennen gelernt, die alle super nett sind. 3 von ihnen gehen auf eine englishsprachige FH, an der sie ständig Präsentationen halten müssen. Da bin ich natürlich weit zurück, hoffe aber das ich dadurch einige Verbesserungen erzielen kann. Nachmittags hat uns Prof. Rehling dann zum kennen lernen zum BBQ nach Sanur eingeladen, zu dem auch 2 weitere Profs gekommen sind, die ich noch haben werde.
Um an dieser Stelle mal die wichtigsten Vorurteile aus dem Weg zu räumen:
- studientechnisch wollen die, dass man für 4 ECTS 100h arbeitet, das bedeutet pro Seminar 100h Arbeit. Das wird ein Ding der Unmöglichkeit!? Wenn ich dagegen die Leute sehe, die über die FH Dortmund hier studieren, dann….
- Schön den ganzen Tag am Strand liegen bei richtig geilem Wetter. Schön wär’s! Genau wie bei uns scheint sich hier so eine Art Klimaänderung zu ergeben. Die Regenzeit hat hier dieses Jahr viel später angefangen und deshalb regnet es immer wieder wie aus Eimern. Außerdem habe ich ja schon aus Punkt 1 keine Zeit dafür.
- Jeden Tag surfen gehen. Das ist auch nach wie vor mein erklärtes Ziel, dennoch bin ich in den ersten 4 Tagen nicht ein einziges Mal dazu gekommen! Regen, Uni und die Unterkunft ist auch nicht am Strand.
Wenigstens war ich die ersten Tage morgens laufen, das ist aber auch alles andere als Zucker schlecken bei der Luftfeuchtigkeit und dem konditionellem Rückstand den ich habe.
Am Donnerstag nach dem Sprachkurs bin ich mit den Mädels zum Motorrollerverleih gefahren, wo ich mir für die nächsten 3 Monate einen Roller geliehen habe. Inklusive Versicherung und Surfboardgepäckträger habe ich umgerechnet ungefähr 120€ zahlen müssen. Der eigene Helm (pink) hat ein paar Geschäfte weiter gerade mal 8€ gekostet. Überlege schon ob ich mir den irgendwie nach Deutschland mitnehmen kann. Eigentlich wollte ich ein Automatikroller haben, weil ich mir mit schalten bisschen unsicher war, ist aber alles viel einfacher als ich dachte und macht riesig Spaß! Nur das Verkehrssystem erfordert einiges fahrerisches Talent. Hier sollte man nicht unbedingt versuchen es durch Mut zu ersetzen.