Donnerstag, 21. Juni 2007

Sumatra

Wochenende war dann wieder ähnlich wie einige andere zuvor. Surfen, Strand und Party. Dieses mal jedoch mit den Spaniern, die es auch verstehen können zu feiern.

Eigentlich war es ja gedacht diese Woche Assignements zu schreiben, da diese Woche aber auch die andere Uni frei hat, haben wir uns gedacht noch mal zusammen was zu machen. Während irgendeiner DVD meinte Basti, wir können ja mal Sachen packen und zum Flughafen fahren, gesagt à getan. DVD zu ende geguckt, Sachen gepackt und zum Flughafen gefahren. Leider für diesen Tag ohne buchbaren Erfolg. Doch nächsten Tag Dienstag 08 Mai sollte es losgehen. Denpasar – Jakarta. Vom Flughafen zurück wollte ich nur schnell ins Netz, weil ich eigentlich schon geschlafen hatte. Nachdem ich dann aber mit meiner Oma zu ihrem B-Day telefoniert hatte, fragte mich ne kleine Süße Italienerin ob ich aus Hamburg kommen würde? Mein Dialekt wäre so. Sie hat ein wenig zugehört und mich gefragt ob ich ein wenig was über Sumatra erfahren möchte, weil sie gerade 2 Monate dort gewesen ist. Klar!! Basti bescheid gesagt und dann noch mal 2 h zugehört und aufgeschrieben, was man in Sumatra denn so machen kann. Sie selbst ist auch ein halbes Jahr in Berlin gewesen und versteht daher einigermaßen gut Deutsch. Also nächsten Tag zum Flughafen und nach Jakarta geflogen.

Angekommen gleich weiter in die Büros der lokalen Fluggesellschaften und nach Weiterflügen geschaut. Padang oder Medan war der Plan. Den günstigeren Flug gab es dann nach Padang etwa 2,5 h später. Insgesamt haben uns dann die beiden Flüge mit Flughafensteuer und allem etwa 700000Rupiah gekostet, also 60€.

In Padang angekommen sollte unser erster Stopp 1 h südlich in Bungus sein, den wir an diesem Abend aber nicht mehr erreicht haben. Somit mussten wir irgendwo in Padang übernachten, was sich für unsere Preisvorstellung nicht realisieren lies. Nachdem wir endlich eine geeignete Indonesien Karte gefunden und gegessen hatten. War ein Tip eines Einheimischen ein relativ günstiges Hotel, in dem die Zimmer jedoch gestunken haben. Man darf sich bitte unter dem Begriff Hotel kein europäisches Hotel vorstellen. Sollte ich einmal in so einem schlafen, dann würde ich das erwähnen. Ein anderer Indonesier der in Padang Medizin studiert, hat uns dann noch zu 2 weiteren Hotels gebracht, die aber auch nicht besser waren. Egal wir waren müde und mussten schlafen und haben dann für 85000Rupiah im Loch übernachtet, aus dem wir am nächsten morgen gar nicht schnell genug wieder raus kommen konnten. Den ersten Angkot (gepimte Kleinbusse, für die man bis zu 2000Rupiah zahlt) haben wir dann wohl missverstanden, bzw. er uns oder er hat uns verarscht. Jedenfalls statt nach Bungus zu fahren, haben wir eine halbe Stadtrundfahrt gemacht und sind nachher da ausgestiegen, wo wir eingestiegen sind. Haben dann zum Glück einen Gefunden, der uns da hin gebracht hat, wo wir hin wollten. Veronica hatte uns gesagt das 1 h mit dem Boot entfernt einige unbewohnte Inseln sind, wo man schnorcheln kann und eine wunderschöne Sicht haben soll. Boot gechartert und n Mädel aus Amiland im Schlepptau waren wir schon auf dem Weg zu den Inseln, bis den Fahrern dann einfällt, dass der Motor für dieses Boot doch ein wenig zu groß ist. Wir also wieder zurück und Motor tauschen. Haben uns dann aber entschlossen ein wenig umzuplanen. Mit Bernd und Jasmin telefoniert, die auch gerade auf dem Weg nach Sumatra Padang waren, ob sie Interesse haben mit auf die Inseln zu kommen. 3 oder 4 h später waren sie da. Haben dann mit den Fahrern ausgemacht, dass Sie uns hinfahren und am nächsten morgen früh abholen, um dann die Inseln alle abzufahren. Haben also eine Nacht dort geschlafen und abends unter paradisischen Verhältnissen am Feuer dem nächsten Tag entgegengefiebert. Die Amibraut lag bei Basti und mir mit in der Holzhütte am Boden und wachte in der Nacht völlig apathisch auf, weil doch tatsächlich jemand versucht hat bei uns durchs Fenster einzubrechen. Wir vom schreien aufgewacht haben noch was weg laufen sehen um dann zu realisieren, dass wir am Abend all unsere Wertsachen in einer Plastiktüte auf unserem Tisch aufm Balkon liegen lassen haben. Aber darauf sind selbst die nicht gekommen! Ist alles noch an seinem Platz gewesen. „ma sagen, Glück gehabt“. Morgens früh aufgewacht erst einmal schwimmen gewesen und ein Ei gelegt, sind Basti und ich mal „kurz“ auf eine andere Insel rüber geschwommen, die dann aber doch weiter weg war als gedacht, aber egal, war nicht das letzte Mal!! Zu schade das man beim schwimmen schlecht ne Kamera mitnehmen kann! Aber die Inseltour sollte ja noch kommen und da haben wir dann auch Fotos machen können! Das Problem an solchen entlegenen Orten sind immer Moskitos ohne ende! Jasmin hat am Morgen bestimmt 60 Mückenstiche am Körper gehabt. Dafür wir nicht so viele ;-) Die Inseltour war der Wahnsinn! Zwar sind die Korallenriffe durch Sprengstofffischen zum größten Teil fast überall zerstört worden, aber trotzdem sind es immer noch wunderschöne Riffe, die wir zu sehen bekommen haben. An einer Insel zum Mittag angelegt sind wiederrum Basti und ich ans Festland von Sumatra geschwommen, um dort mal in den Dschungel zu gehen, aber nach 10m mussten wir wieder raus, weil uns die Moskitos sonst aufgefressen hätten. Stattdessen sind wir dann auf eigene Faust fischen gegangen, aber haben mit Hand leider nur einige Riesenmuscheln „fangen“ können. Die haben dann aber auch Hammer geschmeckt! Auf dem Weg zurück nach Bungus hab ich dann endlich mal eine der Riesenschildkröten gesehen.

In Bungus angekommen haben wir dann wieder n Angkot nach Padang genommen um von dort einen Transport nach Bukidingi zu nehmen, der ungefähr 3 stunden gedauert hat. In Bukidingi wollten wir am nächsten morgen zum Danau Maninjau, einem Riesensee, der im Lonely planet gementioned ist. Kann man mal gesehen haben, muss man aber nicht! Vom See zurück in Bukidingi wurde es dann eng mit unserem Bus zur Weiterfahrt nach Parapat, aber wir haben es natürlich geschafft. Der Bus bzw. die Fahrt war ein Abenteuer für sich, zu dem man auch Nightmare sagen könnte. 18h durch die Nacht mit einem Ghostrider keines gleichen, die Klimaanlage auf 0 Grad, die einzigen beiden Lichter im Bus direkt über uns, sowie auch die einzigen Boxen, über Strassen, die bei uns wohl nicht mal ein Navi finden würde (mussten für ein Teilstück sogar aussteigen und gehen). Direkt über mir war dann die Klima auch noch kaputt und hat die ganze Zeit auf mich getropft. Aber wir haben es überlebt, wenn auch nur knapp, aber überlebt.

Ziel der Busfahrt für uns war aber nicht Parapat, sondern die Insel Samosir, die Mitten in einem der wohl größten Süßwasserseen der Welt liegt. Die Insel ist so groß wie Singapore und hat einen kleinen „Ableger“ namens Tuk-Tuk, auf dem wir dann übernachten sollten. Vor dem Regierungswechsel vor weit über 10 Jahren war diese Insel bekannt für sein Nachtleben bei Vollmond, für das jetzt Thailand bekannt ist. Der Ableger ist voll gepackt mit kleinen Losmen, die alle super super günstig sind. Zu Fuß haben wir 1 bis 2 stunden einmal herum gebraucht. Für die ganze Insel braucht man mit dem Roller wohl ungefähr 4h. In Tuk-Tuk haben sich unsere Wege dann getrennt. Jasmin und Bernd wollten noch eine Nacht bleiben, die Amitusse ist auch abgehauen und Basti und Ich sind weiter nach Medan, um zum einen nach Bukit Lawang in die Orang Utan Gegend zu fahren und zum anderen Bastis Freundin aus Malaysia abzuholen. Die Busfahrt hat wiederum 4h gedauert. Auf der Überfahrt von Tuk-Tuk nach Parapat haben sich dann 2 Holländerinnen zu uns gesellt, die zwar einen anderen Bus genohmen, aber im gleichen Hotel übernachtet haben. Zwar ein wenig teuerer dieses mal, aber dafür mit Klima, warmer Dusche, und geilem Bett.

Auf Grund des nächsten Seminars wollte ich ja eigentlich an diesem Tag schon wieder nach Hause, aber das wurde leider nichts.

Bukit Lawang war noch mal das I Tüpfelchen! Auch wenns mir körperlich an diesem Tag echt scheiße ging, haben wir ne Dschungeltour 4h in den Dschungel rein gemacht und sind den Weg zurück geraftet. Dieses mal aber nicht mit richtigen Booten, sondern mit zusammengeschusterten Autoradschleuchen. Das war um einiges geiler als das Raften auf Bali. Leider gibt’s da keine Fotos von. Der Dschungel war auch der Hammer! Endlich mal nicht verdreckte Natur. Keine Plastiktüten, Colaflaschen oder anderes geschmare. Zwar konnte man schon über weite strecken sehen, dass wir nicht die ersten waren, die diesen Wald betreten hatten, aber dennoch war es ein Erlebnis, was ich jedem empfehlen würde, der mal hier unten ist! Orang Utans waren zwar nicht viele da, aber dafür hab ich sie live gesehen und sogar angegrabbelt. Zurück am Ausgangsort haben wir uns dann entschieden nicht in Bukit Lawang zu bleiben, sondern wieder nach Medan zu fahren um dort zu Übernachten. Sind dieses mal auf Grund von Regen nicht 3 sondern 4 h gefahren und haben anschließend noch 3 h ne bleibe für die Nacht gesucht. Nach 1 im Bett und um 6 Uhr noch was schon wieder raus zum Flughafen gefahren um noch 2 Flüge für den Tag zu bekommen. Der erste nach Jakarta ging zum Glück gleich ne Stunde nach Ankunft am Flughafen, hat dafür aber auch fast 50€ gekostet. In Jakarta angekommen habe ich dann ganze 70€ zahlen müssen, weil gerade Indonesische Ferienzeit war. So eine scheiße! Da hat der Rückflug dann zusammen doppelt soviel gekostet, wie der Hinflug. Aber egal! Das war mal ein Trip wie ich ihn mir vorstelle! Spontan und mit Highlights gespickt, leider kurz, dafür aber intensiv. Auf ein Neues!!!